SEPA-Lastschrift

(„Wirtschaftsmagazin“, IHK Gießen-Friedberg, Günter Reibstein, Peter Steffan PCG
Ausgabe 5/2012)

Ich sehe eine erhebliche Belastung
für die deutschen Unternehmen!

Mitte Februar 2012 verabschiedete das europäische Parlament die Regelungen zum europäischen Zahlungsverkehr (SEPA). Demnach werden die deutschen Lastschrift- und Abbuchungsverfahren zum 1. Februar 2014 eingestellt.

Die bisherigen Veröffentlichungen zu SEPA gehen zum größten Teil nur auf die für die Verbraucher vorteilhaften Regelungen ein.

Dass dabei auf die deutschen Unternehmen erhebliche Aufwendungen zukommen, wird fast vollständig verschwiegen. Denn SEPA ist eben nicht nur der triviale Ersatz von Kontonummer und Bankleitzahl durch IBAN und BIC.

Im SEPA-Lastschriftverfahren lauern verborgene Aufwendungen. Es betrifft nämlich nicht nur den Zahlungsverkehr selbst. Auch der Vertrieb, die Buchhaltungen, das Liquiditätsmanagement, das Intranet und die Datenverarbeitung sind betroffen.
Und Niemand sollte dem Irrtum verfallen, nur einzelne der angesprochenen Funktionen seien involviert. Das würde sich bitter rächen.

Zwar ist die Überleitung bestehender Lastschriftaufträge auf sogenannte SEPA-Mandate möglich, aber damit ist es noch lange nicht getan. Denn es gibt keine „Pauschalmandate“ mehr und für alle bisherigen Abbuchungsaufträge müssen neue Mandate eingeholt werden. Eine automatische Umstellung ist ausgeschlossen.

Jede kleine Änderung, die früher von Kunde und Unternehmen stillschweigend akzeptiert wurde, muss jetzt dokumentiert und die historische Entwicklung von der Erstmandatserteilung an nachvollzogen werden können. Vor den Einzügen müssen Fristen errechnet und eingehalten, Pre-Notifications (Vorabankündigungen) erstellt, versendet und archiviert werden. Alleine die dazu notwendige Software liegt häufig in den Unternehmen nicht vor.

Die Methodenbandbreite, um einer SEPA-Umstellung gerecht zu werden, reicht von der Umstellung auf andere Zahlungsverkehrsmittel, bis hin zur Eigenprogrammierung aller Abläufe – und zwischen diesen Extremen eine breite Palette von sonnvollen Verfahren.

Zur Entscheidungsfindung müssen sich Unternehmen jetzt mit der Analyse der bestehenden Abläufe und der Methodenauswahl zur SEPA-Umstellung auseinandersetzen, wollen sie nicht unter Zeitdruck agieren müssen.

Die Banken und Softwarehersteller werden sicher helfen. Aber ohne
zusätzliche Beratung wird die notwendige Umstellung nicht machbar sein.

Günter Reibstein

 
Artikel downloaden zur SEPA-Lastschrift von Günter Reibstein, Peter Steffan PCG, im Wirtschaftsmagazin Artikel downloaden (0,2 MB)

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